Auch in diesem Jahr hatte die Bildungs- und Wissensakademie der Lebenshilfe Gelderland, BiWak, zu einer Fachtagung mit dem Heilpädagogen, Autor und Trainer Erik Bosch eingeladen. Diese fand am 16.09.2021 von 09.30 bis 16.30 Uhr im Konzert- und Bühnenhaus der Wallfahrtsstadt Kevelaer statt. Es war die zweite Fachtagung mit Erik Bosch. Das Thema lautete wie bei der Tagung am 17.09.2020, Selbstbestimmung?

Wie bereits im vergangenen Jahr erwies sich das Konzert- und Bühnenhaus in Kevelaer als gutgeeigneter Ort zur Durchführung des Tagesseminars.

Zur Fachtagung 2021 war wie folgt eingeladen worden.

”Selbstbestimmung?
Die Wichtigkeit der Methodik des hermeneutischen Kreises
Interaktive Fachtagung mit dem Heilpädagogen, Autor und Trainer Erik Bosch aus den Niederlanden
Menschen mit einer geistigen Behinderung und/oder psychiatrischen Herausforderungen oder Menschen in der Jugendhilfe sind sehr abhängig von der Art und Weise, wie Betreuer*innen ihnen begegnen. Sind sie in diesem Kontext in der Lage über ihr Leben selber zu bestimmen? Möchten Sie als Betreuer*in mit ihnen tauschen?
Hier geht es auch um die Frage, ob der Klient/die Klientin mit seinen/ihren Belangen (tatsächlich) im Fokus der Betreuung steht oder ob andere Punkte Einfluss nehmen. Das erfordert eine bestimmte Grundhaltung. Das heißt auch: es benötigt einen sehr deutlichen Betreuungsstil. Dieser Betreuungsstil wird umso wichtiger, wenn es Spannungen zwischen Selbstbestimmung und ihren Grenzen gibt.
Im Rahmen der Grundhaltung der Betreuer*innen ist die kritische Selbstreflexion ein sehr wichtiger Aspekt.
Die Methodik des hermeneutischen Kreises:
Kennen wir den/die Klient*in – professionell gesehen – gut (genug)?
Als Teilnehmer*in der Fachtagung lernen Sie die Methodik des hermeneutischen Kreises kennen und praktisch anwenden.
Mit Hilfe dieser Methode werden Sie in der Lage sein, Ihre(n) Klient*in (noch) besser zu verstehen. Es ist eine Methode, die Sie gut im Team sowie in der Organisation implementieren können. Intensiv wird auch auf das Thema Grundhaltung und dem damit verbundenen Betreuungsstil eingegangen, der benötigt wird, um Menschen mit einem niedrigen sozial-emotionalen Niveau oder Menschen „mit Verhaltensauffälligkeiten“ angepasst begegnen zu können. Die Anwendung der Methode des hermeneutischen Kreises führt zudem dazu, dass sich die Beziehungen im beruflichen Kontext verbessern werden. Wichtig ist: Alles ist Beziehung. Aber: keine Beziehung ist leider auch eine Beziehung!
Ablauf der Fachtagung:
• Kaffee und Ankommen.
• Einführung: Selbstbestimmung? Steht der/die Klient*in tatsächlich im Fokus? Ist das alles respektvoll? Respektvolle Begegnungen den Klient*innen gegenüber erfordern eine respektvolle Begegnung untereinander im Team! Haben wir die gleiche Wellenlänge?
• Lebendiger Austausch anhand von Fragen/Thesen.
• Pause
• Einführung: „Die Methodik des hermeneutischen Kreises“. Auseinandersetzung über geistige Entwicklung, Körperentwicklung, Geschichte (Erziehungsgeschichte, Entwicklungsgeschichte, beeindruckende Erlebnisse), emotionale Entwicklung, soziale Entwicklung, psychisch/psychiatrische Herausforderungen.
• Pause mit Imbiss
• Praktische fallbezogene Arbeit in Kleingruppen mit der Methode des hermeneutischen Kreises im Spannungsfeld Selbstbestimmung und Grenzen.
• Erste Reaktionen, Schlussfolgerungen in Plenum.
• Pause mit Kaffee und Gebäck
• Die Wichtigkeit eines angepassten Betreuungsstils in Bezug auf Klient*innen mit einem niedrigen sozial – emotionalen Niveau. (Alles steht oder fällt mit der Grundhaltung). Reflektionen, Interaktionen, Übungen.
In der Fachtagung 2021 wird der Trainer, Entertrainer und Entertainer Erik Bosch lebendig das Thema Selbstbestimmung, dieses Mal explizit im Kontext der Methode des hermeneutischen Kreises präsentieren. Dieses Seminar ist sehr praktisch, ist aber auch persönlich und konfrontierend (Ernst und Humor werden nicht gescheut, im Gegenteil!).
Besuchen Sie unsere Fachtagung und erörtern Sie dieses wichtige und interessante Thema Erik Bosch aus den Niederlanden! Erik Bosch ist ein Trainer, der nur selten am Rednerpult steht und lieber mittendrin mit den Teilnehmenden in den Austausch geht. Dabei berichtet er praxisnah und lebendig von Fallbeispielen. Gerne konfrontiert er mit Fragen und bringt dadurch seine Zuhörer*innen zum Nachdenken. oder regt Diskussionen an. Teilnehmende der Fachtagung 2020 waren sich einig: „Die Fachtagung hat mich angesprochen und ist für meinen beruflichen Alltag ein Gewinn!“. „Erik hat mich mit seinen Fallbeispielen total angesprochen. Die Fachtagung war absolut kurzweilig und interessant. Auch Corona war dank der guten Organisation überhaupt kein Problem.“

Zielgruppe: Alle, die Interesse haben / Mitarbeitende in der Behindertenhilfe / Angehörige, gesetzliche Betreuer/innen.“

Einige Besucher*innen der Fachtagung 2021 hatten wie meine Wenigkeit bereits im Jahr 2020 an der Fachtagung Selbstbestimmung teilgenommen. Wir durften ein Seminar erleben, in dem uns manches bereits vertraut war, das aber auf eigene Art lebendig und inspirierend war wie die Tagung im Jahr 2020.

Selbstbestimmung ist auch aus sich heraus ein Thema, das immer wieder neu betrachtet und bearbeitet werden muss. Denn Selbstbestimmung ist nichts, was ein Mensch einmal im Leben erlangt, um es dann bis zum Ende seines Lebens immer auf die gleiche Art und Weise hat. Schließlich haben alle Menschen auf individuelle Art eine Geschichte und Lebensbedingungen, die sich verändern.
Die Begeisterung, die aus den Rückmeldungen zum Seminar des Vorjahres in diesem Beitrag zu lesen sind, teile ich, S. mein Beitrag über die Fachtagung 2020.

Auch an einer Fachtagung 2022 zum Thema Selbstbestimmung würde ich gern wieder teilnehmen.

Informationen über die Arbeit von Erik Bosch und Ellen Suykerbuyk finden Sie auf der hier verlinkten Homepage.

Christiane Quenel I. A. der BiWAk der Lebenshilfe Gelderland